Chorgeschichte

Gründung

Der Gemischte Chor Zürich wurde 1863 gegründet und hatte in seinem Entstehungsjahr die Pionierrolle inne, Männer und Frauen zum Chorgesang zuzulassen. Zusammen mit anderen Chorvereinigungen war er massgebend an der Gründung der Tonhalle (1868) sowie des Konservatoriums Zürich (heute Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK) beteiligt. Auch am Bau des Konzertsaals (1867) beteiligte sich der Chor, am Bau der Tonhalle-Orgel (1872) sowie der neuen Tonhalle (1895).

Der Gemischte Chor Zürich ist einer der führenden Konzertchöre Zürichs und gilt als sicherer Wert im kulturellen Leben der Stadt. 2013 wurde das 150 Jahr Jubiläum gefeiert.

Repertoire

Die Konzerttätigkeit begann 1863 mit Haydns «Schöpfung». Bald gehörten alle grossen Oratorien, die Totenmessen (Requiem) und die Passionen zum Repertoire. Auch das Aufführen zeitgenössischer Musik war von Anfang an ein Anliegen des Chores: Johannes Brahms studierte mehrere seiner Werke ein mit dem Chor, brachte sie zur Uraufführung und dirigierte sie auch später wieder. Andere Gastdirigenten eigener Werke waren Max Bruch, Camille Saint-Saëns und Richard Strauss.

Musikalische Leiter

In den über 150 Jahren seines Bestehens hat der Chor erst den sechsten Leiter: Nach Friedrich Hegar, Hermann Suter, Volkmar Andreae, Erich Schmid und Räto Tschupp führt seit 1996 Joachim Krause den Dirigentenstab. Hegar, Andreae und Schmid waren parallel zu ihrer Chorleiter-Tätigkeit auch Chefdirigenten des Tonhalleorchesters.

Gegenwart

Heute wird der Gemischte Chor Zürich von Joachim Krause geleitet. Neben den traditionellen Karfreitagswerken stellt er dem Publikum in den Herbstkonzerten  vermehrt unbekannte oder selten aufgeführte Werke vor, wie das «War Requiem» von Benjamin Britten, das «Requiem» von Gabriel Fauré, das «Gloria» von Francis Poulenc, «Das Gesicht Jesajas» von Willy Burkhard, «Le Roi David» von Arthur Honegger oder die «Cantate pour le temps de Noël» von Frank Martin. Im Herbst 2006 fand die Uraufführung des Werkes «Au-delà du regard» des Schweizer Komponisten Martin Derungs statt und im Jubiläumsjahr 2013 wurde «D’un pays lointain» von Edward Rushton uraufgeführt. Beide Werke waren im Auftrag des Gemischten Chors Zürich geschrieben worden.

Archiv

Archiv und Notenbibliothek des Gemischten Chors Zürich befinden seit 1980 in der Zentralbibliothek Zürich (Handschriftenabteilung bzw. Musikabteilung) und sind dort zugänglich.