A. Dvořák: Stabat mater Op. 58

Das «Stabat mater dolorosa» ist ein mittelalterliches Gedicht in lateinischer Sprache, das Marias Trauer nach dem Tod ihres Sohnes Jesus zum Thema hat. Es wird unterschiedlichen Autoren zugeschrieben und wurde vielfach vertont.

Als Dvořák sein grosses Werk für Solostimmen, Chor und Orchester 1877 fertigstellte, war er selbst in höchstem Masse leidgeprüft. Innerhalb kurzer Zeit hatte das Ehepaar Dvořák seine drei Kinder verloren: Eine Tochter war 1875 kurz nach der Geburt gestorben, später verloren die Eltern im gleichen Jahr ihre zweite Tochter und den dreijährigen Sohn. – So muss Dvořák beim Komponieren seines Werks zutiefst vertraut gewesen sein mit dem Schmerz und der Trauer von Eltern nach dem Verlust von Kindern.

Dvořáks Stabat Mater ist reich orchestriert und mit vier Solisten und Chor angelegt. Mit seiner gut neunzigminütigen Aufführungsdauer zählt das Werk zu den umfangreichsten Vertonungen des Textes.

Den Molltonarten im ersten Teil, die überwiegend Marias Schmerz und die Dramatik des ganzen Geschehens zum Ausdruck bringen, stellt Dvořák im zweiten Teil vermehrt Durtonarten gegenüber, die die Hoffnung auf Trost im Glauben spiegeln. Das Werk endet mit einer ausgedehnten Amen-Fuge und klingt in ruhig-verklärtem D-Dur aus.

Quellen: SRF2; David Renke, backtrack

Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart

KV 626 Fassung Dutron 2016

Als Mozart starb, hinterliess er nur gerade einen einzigen vollständig komponierten Teil seines geheimnisumwobenen Requiems, dazu längere Passagen von Gesangs- und Instrumentalstimmen, verschiedene Melodie-Fragmente und einige Ideenskizzen. Franz Xaver Süssmayr komponierte das Werk danach auf Wunsch von Mozarts Witwe Constanze in der bekannten Form zu Ende. Obwohl das Requiem nicht von Mozart allein komponiert wurde, zählt es bis heute zu seinen bekanntesten und beliebtesten Werken.

Der junge französische Komponist Pierre-Henri Dutron, dessen Fassung Der Gemischte Chor Zürich im Frühling 2019 aufführt, widmete sich dem Studium von Mozarts Manuskript und vertiefte sich intensiv in dessen Art der Instrumentierung. Unterstützt und beraten vom Dirigenten René Jacobs begann er darauf, die von Süssmayr komponierten Passagen zu überarbeiten und deren Instrumentierung im Mozart’schen Sinn zu vervollkommnen. 2017 erschien bei harmonia mundi eine vielbeachtete CD-Aufnahme von Dutrons Fassung mit dem Freiburger Barockorchester unter Leitung von René Jacobs. Alles, was man von Mozart kennt, ist in dieser Fassung vorhanden, in einigen Passagen hat Dutron die Instrumentierung jedoch neu gesetzt. Dutrons Fassung, so schreiben die Kritiker, wirke nicht selten aufgeweckter als die Vorlage, mal klinge die Instrumentierung lichter, mal kompakter, sie verhelfe den Instrumentalisten zu mehr Präsenz und schärfe damit auch das klangliche Profil des Ganzen. Man darf also gespannt sein.

Dauer: ca. 45 Minuten

 

Christus am Ölberge von Ludwig van Beethoven

op. 85

Das einzige Oratorium von Ludwig van Beethoven schildert die Szene im Garten Gethsemane, wo Jesus kurz vor seiner Gefangennahme steht. Er weiss um seinen nahenden Leidensweg und Tod, den er ebenso fürchtet, wie er ihn schicksalsmässig annimmt. Petrus, sein widerstandsbereiter Jünger, will Jesus retten, wird aber zurückgehalten von ihm und belehrt, dass nicht Kampf und Hass die Botschaft Jesu sei, sondern Liebe. – Aus jenseitiger Sphäre begleitet ein Engel das dramatische Geschehen. 

Das Oratorium ist in expressive Orchesterpartien, Rezitative, Arien und Chöre gegliedert und zeigt zuweilen opernhafte Züge. Anders als in den Passionen, gibt es in «Christus am Ölberge» keinen Evangelisten, der durch das Oratorium führt, sondern Christus selbst ist der Protagonist, gezeichnet als Heldentenor zwischen göttlichem Auftrag und menschlicher Angst, was für die damalige Zeit eine unvertraute Sicht war.

Das Werk wurde 1803 uraufgeführt und vom Publikum freundlich aufgenommen, während die Kritiker eher verhalten reagierten. 1804 überarbeitete Beethoven das Werk grundlegend.

Dauer: ca. 50 Minuten

Tonhalle Maag

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Tonhalle Maag, Zahnradstrasse 22, Zürich

 

Hören Sie dazu Anton Adam, was der Leiter Technik der Tonhalle Maag zum Raum und seiner Akustik sagt. Das Interview mit ihm wurde anlässlich einer Benefiz-Veranstaltung der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft geführt. 

 

 

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    Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)

    Georg Friedrich Händel ist neben Johann Sebastian Bach, mit dem er auch den Jahrgang teilt, der zweite überragende Großmeister des musikalischen Barock.

    Sein Vater war ein wohlhabender Wundarzt. Als Sechsjähriger spielte Händel Klavier, mit neun Jahren fing er an zu komponieren. 1702 begann er mit einem Studium der Rechtswissenschaften und als Organist in der Schloss- und Domkirche. 1703 spielte er als Geiger im Opernorchester der Deutschen Oper in Hamburg, wo er ab 1705 drei Opern komponierte.

    Seine Interessen führten ihn weiter nach Italien und England, wo er – von kurzen Auslandsreisen abgesehen – bis zu seinem Tod wirkte. Die letzten sechs Jahre seines Lebens war er blind.

    Georg Friedrich Händel komponierte über 40 Opern, zahlreiche Chorwerke (z.B. der Messias), Orchesterwerke, Kammer- und Klaviermusik.

    (Zusammenfassung aus dem Komponistenlexikon der classic-Arietta)

    Frank Martin (1890 – 1974)

    Frank Martin wurde am 15. September 1890 in eine alte französisch-hugenottische Familie hineingeboren, die in Genf lebte. Als zehntes und letztes Kind eines calvinistischen Pfarrers wuchs er in einer wohlhabenden Familie auf, in der das gemeinsame Musizieren und das Gespräch über Glaubensinhalte eine wichtige Rolle spielten.

    Die Begegnung mit Bachs Matthäuspassion stellte für den jugendlichen Martin ein Schlüsselerlebnis dar. «Ich fand mich vom Anfang bis zum Ende der Passion anderswohin und wie in den Himmel versetzt. Ich hatte nichts als Bach, Bach und nochmal Bach im Kopf, und kam davon in gewisser Weise nicht los» schreibt er dazu.

    Ab 16 erhielt Martin seine musikalische Ausbildung in Klavier, Harmonielehre und Komposition vom Genfer Komponisten Joseph Lauber. Martin besuchte nie eine Hochschule für Musik, wurde aber von der Musik der Impressionisten, allen voran von Debussy, stark beeinflusst. Von 1928-1938 lehrte er am neu gegründeten Institut für rhythmisch-musikalische Erziehung in Genf (Jaques–Dalcroze) Improvisation und Theorie des Rhythmus. Nach der Schliessung des Instituts wurde er Professor für Kammermusik am Genfer Konservatorium und wirkte 1950-1957 als Professor für Komposition an der Hochschule für Musik von Köln.

    1946 übersiedelte er mit seiner dritten Frau Maria Boeke nach Amsterdam, später nach Naarden, wo er 1974 verstarb. Martin hinterliess vier Töchter und zwei Söhne.

    Quellen:

    Georg Hage, Das Oratorium Golgotha von Frank Martin. Archaisierendes und Modernes in einer Passion des 20. Jahrhunderts. Musica Sacra, Heft 1/2007

    Universal Edition, http://www.universaledition.com/

    Präsident – Clément Zürn

    Clément Zürn kommt aus Genf. Nach dem Abitur studierte er Linguistik (Germanistik), Französisch und Spanisch an der Freien Universität Berlin.

    1997 zog er nach Zürich, um Projektleiter im Bereich Sprachen der Koordinationsstelle der Klubschule Migros zu werden.

    Seit 2007 arbeitet er im Fachbereich Französisch der Pädagogischen Hochschule Zürich.

    Seit April 2003 ist Clément Zürn Präsident unseres Chores.